Ich kann gar nicht glauben, zu welch überraschenden, einzigartigen und unglaublichen „Forschungsergebnissen” und Erkenntnissen ÖSTERREICH gelangt ist:
Da lese ich jetzt:
72% aller Unfälle in der Freizeit: 1.601 Menschen starben
Freizeit riskanter als Autofahren
Im Text dann weiter:
… knapp ¾ der Unfälle (72 Prozent) passierten in der Freizeit …
… tendenziell ist Freizeit übrigens gefährlicher als Autofahren …
… vor allem Pensionisten leben riskant: 87 Prozent der älteren Verunglückten taten das bei Alltagstätigkeiten …
Denn: wer viel frei hat, verunglückt eher in der Freizeit!
Na bumm! Wer hätte das gedacht? Eine Woche hat 168 Stunden. Davon werden in der Regel 40 Stunden gearbeitet (in vielen Branchen auch nur 38,5). Sagen wir grob, dass mit der An- und Abfahrt etwa ein Viertel der Wochenzeit für Arbeit draufgeht. Das wären also 25 Prozent.
Nach Adam Ries bedeutet das aber, dass, wenn nun 72% aller Unfälle in der Freizeit passieren, eigentlich die Arbeitsunfälle prozentuell gesehen überwiegen. Noch dazu, wo hier auch viele mitgerechnet werden, die gar nicht (mehr) arbeiten und somit 100% Freizeit haben.
Ganz besonders toll finde ich ja den Satz: „Tendenziell ist Freizeit übrigens gefährlicher als Autofahren”. Das klingt für mich wie: „Nachts ist es kälter als draußen”.
So ein Schmarren. Noch dazu, wo die meisten Leute sicher in der Freizeit mehr Kilometer fahren (außer sie sind Berufskraftfahrer)!
Und das Pensionisten logischerweise eigentlich immer in der Freizeit verünglücken, liegt wohl auch in der Natur der Sache!
Mit diesem reißerischen Artikel hat sich ÖSTERREICH wieder einmal selbst übertroffen.
Man denkt immer, tiefer kann es nicht mehr gehen – und wird jedesmal eines Besseren belehrt!