es hätte eigentlich ein eher gemütlicher tag werden sollen:
zuerst an der homapage basteln (die zeit läuft), dann, wenn gerlinde gegen mittag von der arbeit kommt, wollten wir gemeinsam schnell die große wand im wohnzimmer von der alten latexfarbe befreien.
begonnen hat alles nach plan:
am vormittag habe ich am pc gearbeitet, dann ist gerlinde heimgekommen und wir haben uns an die wand gemacht.
und ab jetzt wird es heftig:
fast an der ganzen wand ließ sich die farbe nur sehr mühsam abschaben. in winzigsten stückchen, millimeter für millimeter. egal, an welcher stelle wir es auch probiert haben.
bei rücksprache mit einem maler nannte dieser zwei möglichkeiten, um latexfarbe „etwas leichter” abzubekommen:
1. mit einem gasbrenner abflämmen
2. mit grober körnung abschleifen
beides nicht wirklich tolle möglichkeiten.
gasbrenner habe ich keinen (nur einen kleinen zum kochen). aber auch mit dem heißluftgebläse sollten temperaturen zu schaffen sein, dass die farbe blasen schlägt.
das funktionierte auch. allerdings blieben die abgeschabte farbe und die wand lange ziemlich heiß. und wenn man dann, mit den bloßen füßen, auf die farbreste stieg, war man gleich hellwach.
blieb also nur die andere methode: abschleifen.
ich habe ja zwei handschleifer und auch etwas schleifpapier. somit stand einem ersten versuch nichts im wege.
der versuch mit einer 60er-körnung begann recht vielversprechend. zumindest was das entfernen der beigen farbe betraf. natürlich staubte es wie nur was. da es so aber funktionieren könnte, musste halt der staubsauger an das schleifgerät angeschlossen werden.
unser sauger passte aber nicht an den adapter. aber mit etwas tigertape konnte schnell eine haltbare verbindung gebastelt werden. noch eine staubschutzmaske aufgesetzt und es konnte losgehen.
es war laut und ziemlich anstrengend. aber stück für stück bekamen wir die farbe ab. einer hat geschliffen, der andere mit der spachtel geschabt (der roten farbe war mit dieser körnung nicht beizukommen).
um halbwegs zügig arbeiten zu können, musste natürlich öfter das papier gewechselt werden. schnell waren so meine grobkörnigen vorräte aufgebraucht.
also musste jemand zum baumarkt. dazu habe ich desi verdonnert. sie besorgte gleich ein paar packungen mit einer 40er körnung.
das ganze ging eine weile gut. dann setzte plötzlich der staubsauger aus. da er für so lange betriebszeiten wohl nicht ausgelegt ist, hat er - wegen überhitzung - die arbeit eingestellt.
gerlinde probierte es eine minute ohne sauger. aber nachdem man dann nichts mehr sehen konnte, und auch die luft etwas knapp wurde, hat sie das schnell wieder bleibenlassen.
was nun?
es macht keinen sinn, immer eine halbe stunde zu warten, dass der sauger anspringt und sich dann nach zehn minuten wegen überhitzung wieder abschaltet.
es musste ein anderer sauger her. optimal wäre ein nass-/trockensauger. aber so einen haben wir nicht. aber sicher die dascha.
ein kurzer anruf und schon musste sich desi (nicht sonderlich glücklich darüber) mit unserem auto auf den weg machen um den sauger zu holen.
das war gar nicht so einfach, denn das war ein industriegerät. und daher entsprechend groß.
aber nachdem der kindersitz nach vorne geschnallt, die rückbank umgelegt und die kofferraumabdeckung entfernt war, konnte das ding irgendwie im kofferraum verstaut werden.
jetzt gab es keine ausrede mehr. nachdem ich das riesending (ohne fahrgestell) ins wohnzimmer verfrachtet hatte, konnte die arbeit weitergehen.
eine kurze unterbrechung durch zwei nette polizisten (siehe nächster eintrag) konnte uns auch nicht wirklich bremsen.
gegen ende habe ich dann festgestellt, dass mit dieser körnung auch die rote farbe relativ leicht abgeht. also war der rest dann bald geschafft.
kurz vor 18 uhr, nach gut sieben stunden schufterei, war die wand von der farbe befreit:
allerdings sah die wohnung bis in den letzten winkel aus als wäre ein sandsturm durchgebraust:
es half alles nichts. der dreck musste weg.
jeder schnappte einen putzkübel und ein paar lappen. ich arbeitet mich vom schlafzimmer, über bad und klo nach vorne. gerlinde machte zuerst die loggia staubfrei und besenrein und begann dann, sich vom abstellraum aus durch die wohnung zu arbeiten.
das vorzimmer wurde gemeinsam erledigt.
während ich mir dann meinen arbeitsplatz und die regale vornahm, hat gerlinde die küche von oben bis unten geputzt.
dann das speisezimmer und zum schluss das wohnzimmer.
zehn minuten vor 22 uhr wurde der staubsauger endgültig abgestellt (wir wollten nicht, dass der reservehausmeister ober uns wieder die netten polizisten belästigen muss). der letzte rest ging auch mit kübel und lappen.
gegen 23 uhr war es dann erledigt - und wir auch. die wohnung war komplett durchgeputzt (auch alle kästen innen) und endlich wieder bewohnbar. so sieht es zur zeit aus:
todmüde sind wir vor den fernseher gefallen. ich habe noch ein paar bissen gegessen und mich dann einfach ausgestreckt. tat das gut!
jetzt freue ich mich nur noch aufs schlafen. mal sehen, wie es uns morgen gehen wird. aber das ist mir momentan vollkommen egal. ich will nur noch ins bett!