einer meiner, mehr oder weniger regelmäßigen, termine bei dr. r.
wir sind beide der meinung „es wird schon”.
Archiv: Dienstag, 1. April 2008
wird schon
kein aprilscherz
wer mich kennt weiß, dass ich immer wieder auf der suche nach neuer software bin. sei es, dass ich ein kleines tool für eine besondere aufgabe brauche oder einfach sehen will, was es in der freeware-szene neues gibt.
wenn man nach software googelt, kommen meist immer dieselben portale. da wird mit freeware, tollen downloadarchiven, neuesten programmen und was weiß ich nicht noch alles, geworben.
besucht man dann die seite, muss man erst einmal eine unmenge aufpoppender werbefenster wegklicken (etwas, das ich unbeschreiblich hasse) nur um dann festzustellen, dass die angekündigte software in keinster weise den erwartungen entspricht.
jetzt bin ich aber durch zufall auf ein neues portal gestoßen. zumindest für mich war es neu, auch wenn es genaugenommen schon seit gut einem jahrzehnt besteht und mitte vorigen jahres sogar die plattform softwarearchiv.de darin aufgegangen ist:

wie auch immer. vor allem sind es folgend punkte, die download-tipp.de (so heißt die seite) wohltuend von anderen downloadfarmen unterscheiden:
* beim einstieg erschlagen einen nicht gleich 100 aufpoppende werbefenster
* die seite wirkt sehr aufgeräumt
* die inhalte werden redaktionell eingepflegt (dieser punkt erscheint mir überhaupt sehr wichtig)
was ist das besondere daran?
ganz einfach: bei allen anderen mir bekannten portalen kann man seine software selbst hochladen und beschreiben. diese wird dann automatisch eingeordnet und bewertet. wozu solch unkontrolliertes „softwaremanagement” führen kann zeigt eindrucksvoll folgende geschichte:
andy brice, ein britischer programmierer, hat folgendes gemacht:
er hat eine völlig sinnlose, nichtskönnende software „programmiert“ und diese in diverse softwareportale geladen. obwohl die software absolut keinen sinn erfüllte (und er im beschreibungstext sogar explizit darauf hingewiesen hat!), wurde sie bald mit tollen bewertungen und insgesamt sechzehn (16!) awards überhäuft.
hier kannst du nachlesen, was andy selbst dazu schreibt (engl.)
im open pr-portal kannst du auch lesen, dass es einige wenige plattformen gegeben hat, welche die veröffentlichung dieser software ablehnten. eine davon war eben download-tipp.de.
das zeigt zum einen, wie wichtig es ist, dass hier eine gewisse kontrolle der inhalte stattfindet. zum andeen zeigt es, aber auch, was von diversen auszeichnungen und bewertungen zu halten ist.
gründe die für ein redaktionell betreutes system spechen sind z.B.: die glaubwürdigkeit gegenüber dem besucher, der schutz vor unerwünschten inhalten wie adware, spyware und nutzlosen anwendungen oder gefakten angaben bezüglich derlizenzart. beliebt bei softwareherstellern ist beispielsweise die verbreitung mit dem status freeware, obwohl die anwendung über shareware-typische einschränkungen verfügt und erst nach kostenpflichtiger registrierung wirklich funktioniert.
da ist mir ein archiv mit über 8.000 geprüften programmen viel lieber, als eines mit deutlich mehr aufgelisteten programmen, bei denen aber die hälfte nicht zu gebrauchen ist oder nicht den beschreibungen entspricht.
wie sonst kann man sicher vor adware, spyware, nutzlosen oder gefakten programmen und falschen lizenzangaben sein?
wie gerne hätte ich bloß einen euro für jedes programm, dass ich schon auf grund der euphorischen beschreibung installiert hatte und dann wieder löschen musste, da es absolut nicht den erwartungen entsprach.
oder, dass lautstark als freeware angepriesen wurde und erst nach einer registrierung lauffähig gewesen wäre?
eine redaktionelle sichtung der programme verhindert genau solche frustrierenden erlebnisse.
eher zufällig bin ich auch auf den weblog der seite gestoßen. dieser ist allerdings kaum zu finden, versteckt er sich doch ganz klein um user menü rechts oben. und dabei bietet er durchaus nützliches:
so listet er nicht nur einfach auf, was es an neuer software gibt, sondern bringt vielmehr auch viele infos rund um die themen computer, internet, hard- und software. auch der eine oder andere nützliche tipp für die arbeit am pc fehlt nicht. ein blick in den blog lohnt also auf alle fälle.
nun zu meiner kritik:
als weniger gelungen möchte ich das etwas biedere aussehen der seite und den zu versteckten link zum durchaus lesenswerten blog anmerken.
auch die sitemap, die sich unter dem punkt „alle kategorien” versteckt ist keine wirkliche hilfe. werden hier die einzelnen seiten doch nur als nummer angezeigt. man muss zu jedem link dann in der statusleiste (sofern aktiviert) mühsam lesen, um was für eine seite es sich dabei wohl handeln könnte.
aber das alles tut dem nutzen der seite keinen abbruch. zusammenfassend kann ich also trotzdem sagen:
ein tolles portal, dass einem die sicherheit bietet, das zu bekommen, was versprochen wird.