Wer den schaden hat, …
Man kennt das sprichwort ja. Und sowohl den schaden, als auch den spott, hat ein schotte aus Ayr. Er wurde in einem hotel beim sex mit (s)einem fahrrad erwischt. Er bekannte sich vor gericht der schweren sexuellen ruhestörung schuldig.
Der 51-jährige wurde zu einer dreijährigen bewährungsstrafe verurteilt und sein name kommt für drei jahre in das öffentlich zugängliche register von sexualstraftätern. Dadurch wurde die ganze sache publik und er zum gespött in unzähligen internetforen.
Was für den laien befremdlich, pervers oder zumindest eigenartig erscheint, ist in der psychologie schon lange bekannt:
Bei der sog. objektophilie (= objektsexualität) handelt es sich um eine (extrem seltene) vollwertige emotionale und körperliche beziehungsliebe zu unbelebten gegenständen (=objekten). Die damit einher gehenden emotionen umfassen das gesamte gefühlsspektrum (von verliebt sein, über zuneigung und schmetterlinge im bauch bis hin zu echter liebe. Sogar gefühle wie eifersucht, wut und trauer können auftreten).
Die erkrankung hat nichts mit einem ersatz für einen menschlichen Partner zu tun. Auch nichts mit fetischismus. Das geliebte objekt wird vielmehr als ein individuelles wesen, also personenunabhängig, als etwas eigenständiges gesehen. Ebensowenig soll es ausschliesslich sexuellen zwecken dienen (wie etwa ein sexspielzeug) und ist somit auch keine form der selbstbefriedigung.
Der/die betroffenen stehen mit den geliebten objekten auch in kommunikation. Das kann auf vielfältigste weise (abhängig von der art des geliebten gegenstands) passieren:
für den einen ist es die universelle sprache der bits und bytes, sofern er sich zu einem computer hingezogen fühlt. Für einen anderen die sprache der musik, wenn er sich zu einem instrument hingezogen fühlt. Es wird immer eine ebene gefunden, um mit seinem geliebten gegenstand zu kommunizieren.
Man fragt sich jetzt vielleicht, wie die betroffenen mit den verschiedensten objekten ihre sexualität ausleben? Ganz allgemein gesagt, es findet sich immer ein weg.
Da bekommt der slogan von Ikea doch auch gleich eine völlig neue bedeutung. Heißt es da doch: „Entdecke die Möglichkeiten”.
Oder was will uns die textzeile “I want to ride my bicycle …”, aus Bicycle Race von den Queen, wirklich sagen?