Haben sie es also doch geschafft! Faymann und Platter in cooperation mit dem (angeblichen) „verkehrsexperten” Pfleger. Licht am tag soll wieder abgeschafft werden.
Ich darf vorausschicken, dass ich schon jahre vorher immer mit licht gefahren bin (so wie ich auch schon lange vor einführung der helmpflicht nie oben ohne gefahren bin). Es ist also klar, dass ich ein verfechter dieser regelung war/bin.
Trotzdem bin ich natürlich für alle argumente offen und verstehe, dass es abweichende meinungen geben kann. Darüber sollte offen und ehrlich geredet werden und sachliche argumente sollen überzeugen.
Was hier aber an argumenten gegen licht am tag gebracht wurde/wird, ist einfach unseriös, dumm und hirnlos.
Lasst uns einmal die wichtigsten „gegenargumente” ansehen:
1. Man beruft sich auf eine studie von Ernst Pfleger!
Das alleine gibt mir schon zu denken und kommt mir so vor, als würde man einen vegetarier eine studie über fleisch in der nahrung machen lassen (auch hier würde das ergebnis: fleisch darf nicht mehr gegessen werden, schon von vorn herein feststehen). Denn immerhin gibt er an
Licht war immer nachteil
2. Licht am tag hat nur geblendet!
Diese meinung vertritt ein „experte” des arbö (natürlich auch jemand, der immer schon gegen licht am tag war!).
Häähh??? Wenn ein normales abblendlicht bei hellem sonnenschein jemanden blenden kann, was ist dann erst bei dunkelheit? Es ist doch jedem klar, dass ein licht bei hellerer umgebung weniger hell erscheint.
Vor allem in der stadt müssten dann in der nacht alle schaufenster, beleuchteten werbungen, geschäftsschilder, straßenbahnhäuschen und was da sonst noch leuchtet abgeschalten werden (was natürlich im sinne des folgenden „argumentes” ein haupttreffer wäre, würde es doch eine menge energie und damit co2 ersparen).
3. Hohe betriebskosten durch hohen stromverbrauch!
Das ist ja das beste argument überhaupt. Da lese ich heute
… der betrieb der lichtmaschine erhöht den treibstoffverbrauch …
Zum einen weiß das jedes kind, zum anderen ist es ja nicht so, dass die lichtmaschine nur läuft, weil das licht aufgedreht ist. Die lichtmaschine läuft immer mit!
Noch dazu ist ein modernes auto mit elektronik (die natürlich strom braucht) nur so vollgestopft. Da werken zig elektromotoren vor sich hin, die sitze lassen sich elektrisch verstellen, natürlich auch die spiegel und fenster, die musikanlagen werden immer stärker, mindestens sechs lautsprecher müssen es sein, nicht zu vergessen die klimaautomatik, der mp3-player, die beiden bildschirme mit dvd-player für die rückbank und das navigationssystem. Natürlich werden nebenbei noch das handy und der laptop aufgeladen.
Hinzu kommt, dass im großteil des jahres witterungs- und jahreszeitenbedingt sowieso das licht eingeschaltet werden müsste (weil auf grund der schlechten sicht, regen, schnee, nebel, diesiger tag, … laut stvo dann sowieso mit licht gefahren werden muss).
Und dann regt man sich auf, weil zwei kleine glühbirnen in der restlichen zeit angeblich so viel strom fressen und dadurch zu einem enormen benzinmehrverbrauch und weiters zu einem ungeheuren co2-ausstoss führen sollen?
Das ist ja wohl ein witz – oder?
Wenn ich mir überlege, was alleine ein intensivbett im krankenhaus, in, sagen wir einmal drei monaten, an energie verschlingt (und da rechne ich die infrastruktur noch gar nicht mit) …?
Da könnte man aber eine menge h4-lamperln kaufen.
4. Steigende unfallzahlen
Eines der am meisten gebrachten argumente. Allerdings nimmt man die reinen unfallzahlen her, ohne diese differenziert zu betrachten. Vom prinzip her wäre das so zu verstehen:
In einem jahr verunglücken 20 menschen beim bergsteigen. Also wird eine seilpflicht eingeführt.
Im jahr nach einführung der seilpflicht verunglücken 22 menschen. Also wird die seilpflicht abgeschafft, da es nach ihrer einführung um 10% mehr unfälle gab.
Dabei wird aber (bewusst?) außer acht gelassen, dass vor einführung der seilpflicht 100.000 menschen in den bergen herumkletterten und im folgejahr aber schon 150.000. Wenn man auch das betrachten würde, würde man schnell erkennen -auch wenn man kein „experte” ist – dass prozentuell die unfallzahlen deutlich gesunken sind.
Und ähnlich verhält es sich mit licht am tag. Man muss nur einmal sehen, wie viele zweiradfahrer heuer unterwegs waren und wie viele vor zwei jahren.
Gerade bei den zweirädern ist es doch eindeutig so, dass immer mehr, immer schlechtere fahrer (und natürlich auch fahrerinnen) auf den straßen unterwegs sind. Die motorräder werden immer stärker und das fahrkönnen und die benutzung des gehirns immer schwächer. Das hat nichts damit zu tun, ob die pkw jetzt das licht eingeschaltet haben oder nicht.
Und das die Red Biker (grob gesagt die motorradsektion der SPÖ) jetzt in lauten jubel verfallen, weil das licht am tag wieder abgeschafft werden soll (noch dazu im jänner, wo man sowieso fast immer mit licht fahren wird müssen) kann ich nur so verstehen, dass es von schwarz-orange eingeführt wurde und daher per se schlecht sein muss.
Ich glaube, dass es einfach um stimmenfang geht. Die koalition bringt nichts auf die reihe, das ansehen in der bevölkerung ist unter jeder sau, und die politikverdrossenheit nimmt zu.
Also schnell etwas gemacht, von dem angenommen wird, dass zumindest der großteil der bevölkerung das als positiv wertet. Und wenn man den studien glauben darf, sollen ja weit über 70% der leute gegen licht am tag sein. Man ist hier also auf der sicheren seite, wenn man auch dagegen ist.
Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass in Deutschland gerade über die einführung von licht am tag diskutiert wird? Und das die EU eine europaweite einführung desselben vorbereitet?