… anscheinend ist das Gegenteil der Fall, wie folgende Geschichte aus Columbus zeigt:
Jeffrey Lundgren, der bald hingerichtet werden sollte, ist es gelungen, einen Aufschub seiner Hinrichtung zu erwirken. Als Begründung gab er an, zu dick für die Giftspritze zu sein! Weiters könnte es sein, dass er auf Grund seines Übergewichts (und zusätzlicher Diabetes) bei der Hinrichtung starke Schmerzen erleiden müsse.
Nun finde ich es ja legitim, dass ein Todeskandidat alles versucht, um der Hinrichtung zu entgehen - oder diese zumindest hinauszuzögern. Was mich nur wundert ist, dass sich ein Richter fand, der dieser “Argumentation” folgte und die Hinrichtung vorerst einmal verschoben hat.
Nicht falsch verstehen: ich bin - wie sich unschwer feststellen lässt - ein überzeugter Gegner der Todesstrafe. Wenn sich aber nun ein Land (oder zumindest Teile davon) zur Todessstrafe bekennen und diese auch praktizieren, finde ich es ein Kindertheater, wenn ich solche Geschichten lese.
Auslöser ist ja der Fall eines hingerichteten Junkies im heurigen Mai. Bei ihm waren die Venen kollabiert als die Spritze angesetzt wurde (vermutlich wegen des jahrelangen Drogenmissbrauchs. Stellt sich mir nur die Frage, was für Ärzte die da einsetzen. Es gibt ja wohl noch genügend andere Venen). Die Folge war ein langsamer und anscheinend sehr schmerzhafter Tod.
Warum macht man darum so ein (Schein)Theater? Ist es nicht genau das, was die Befürworter der Todesstrafe wollen? So nach dem Motto “Auge um Auge …”. Nicht wenige dieser Befürworter würden sicher auch gerne auf den Knopf drücken. Oft hört man auch Aussagen wie: “Wenn ich den in die Finger bekomme, würde ich ihm das gleiche antun …”.
Ich habe das noch nie verstanden - und durch solche Geschichten wird mein Verständnis dafür nicht größer!