Natürlich ist es nicht Rechtens wenn jemand etwas klaut. Aber im folgenden Fall wird bei der Bestrafung IMHO wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen:
Wie der Berliner Kurier meldet, wurde in Moabit (=ein Berliner Stadtteil) die 71-Jährige Rentnerin Erna K. wegen Diebstahls zu drei Monate Gefängnis verurteilt. Was war geschehen?
In einer Filiale des “Superspar” hatte sie heimlich Kürbiskerne, Mandeln, Zitronen, Birnen und Charlotten in ihre Tasche befördert. Und dann natürlich die duftenden Äpfel. Erna konnte einfach nicht widerstehen. Sie schnappte sich einen Apfle und biss herzhaft hinein – dann bemerkte sie den Blick einer Verkäuferin. Da raufhin taumelte sie ins Regal, sackte zusammen und löste einen Notarzt-Einsatz aus.
Die Aussage der Angeklagten, dass ihr “aber wirklich ganz schwummerig” wurde, ließ die Richterin nicht gelten:
Mit einer ähnlichen Szene wollten Sie schon einmal einen Diebstahl vertuschen
Oma Erna reuig:
Ich wollte das doch alles nicht, ich mache so etwas bestimmt nicht wieder
Leider hatte die Ex-Sekretärin (mit einer Rente von knapp 1000 Euro) dies in früheren Prozessen auch schon behauptet. Die Richterin:
Es geht hier zwar nur um eine Beute in Höhe von 12,63 Euro. Aber angesichts der Vorstrafen kann es keine Bewährung mehr geben
Na ja, mit einer solchen Rente kann man sich nur schwer auf Mundraub ausreden (der meines Wissens straffrei ist).
Wie auch immer, ich finde die Strafe unverhältnismäßig! Eine Geldstrafe oder vielleicht etwas gemeinnützige Arbeit (sich mit andern Pensionisten beschäftigen, auf Kinder aufpassen, …) wäre sinnvoller gewesen. Vielleicht macht sie das ja auch nur, um etwas Aufmerksamkeit und Ansprache zu bekommen?