Sicher hat der/die eine oder andere zum Jahresbeginn den einen oder anderen Vorsatz gefasst. Einer der am häufigsten gemachten (und auch wieder gebrochenen) Vorsätze ist jener, mit dem Rauchen aufzuhören. Vielen fehlt da anscheinend die richtige Motivation.
Die Amerikaner bekommen hier jetzt in einigen Firmen entsprechende “Unterstützung”. Und das geht einfach so:
Wenn du nicht aufhörst zu rauchen, fliegst du!
Als Beispiel sei Miracle-Gro (ein Gartenproduktehersteller aus Ohio, mit rund 6.000 Mitarbeitern) genannt. Dieser verlangt von seinen rauchenden Mitarbeitern, dass diese bis zum heurigen Oktober mit dem Rauchen aufhören - sonst droht ihnen die Kündigung!
Der Grund für das strenge Durchgreifen ist nicht etwa die Sorge um die Mitarbeiter. Nein! Es ist, wie könnte es anders sein: das Geld!
Das hat natürlich auch mit dem sehr eigenartigen Gesundheitssystem der Amis zu tun. Hier ist es so, dass manche Firmen wesentliche Kosten der Gesundheitsleistungen übernehmen - und wer zahlt, der bestimmt. In unserer Beispielfirma raucht etwa ein Drittel der Belegschaft. Laut CDC verursacht ein Raucher seinem Unternehmen (angebliche) Mehrkosten in Höhe von 3.856 Dollar pro Jahr (wie immer man das auch berechnen kann).
Wie auch immer, Raucher haben mit Konsequenzen zu rechnen: GM und Ford haben gerade höhere Beiträge für die Gesundheitsvorsorge ausverhandelt, General Mills kassiert von seinen Rauchern einen Zusatzbeitrag von 20 Dollar im Monat für ihre Krankenversicherung, der Verlag Gannett sogar 50 Dollar.
Auslöser dieser harten Maßnahmen dürfte Weyco (ein Gesundheitsdienstleister aus Michigan) sein. War seit 2003 das Rauchen im Unternehmen verboten, es wurden auch keine Raucher mehr eingestellt, wird jetzt auch das Rauchen in der Freizeit geahndet. Dazu werden die Bediensteten einem Schnelltest unterzogen, der Zigarettenkonsum nachweisen kann. Vier Mitarbeiter verweigerten - und mussten gehen.
Auch wenn Unternehmen wie Scotts ihren Mitarbeitern helfen wollen mit dem Rauchen aufzuhören (Seminare, Nikotinpflaster, …) stoßen diese Maßnahmen auch auf scharfe Kritik. Das NWI sieht darin eine völlige Mißachtung der Privatsphäre von Mitarbeitern. Es wird befürchtet, dass damit die Schleusen für andere Eingriffe in das Freizeitverhalten geöffnet werden, mit der Rechtfertigung, die Gesundheitskosten senken zu wollen.
Mir fällt da auch schon der nächste “Brocken” ein, mit dem noch viel mehr hereingeholt werden könnte. Man denke nur an die vielen übergewichtigen Amis!