Die E-Card ist ja mittlerweile (auch wegen der nervigen Werbung) in aller Munde. Auch auf der MEDICA war die extramurale Versorgung eines der großen Themen. Nicht zuletzt wegen der erhofften Kostenreduktion.
Im Mittelpunkt standen sog. Telematik-Anwendungen, zu welchen auch die E-Card zu rechnen ist.
Aber was bringt uns das in Zukunft wirklich?
Derzeit scheint es ja eher so zu sein, dass hier einiges an (nicht vorhandenem) Geld der Krankenkassen versenkt wird. Macht es Sinn, die Gesundheitsdaten hier abzuspeichern? Von wem kommen die Daten, was genau wird erhoben, gesammelt, ausgewertet?
Es sammeln sich ja immer mehr Daten bei Ärzten, in Spitälern und bei den Krankenkassen an (und diese müssen 30 Jahre lang aufbewahrt werden!).
Leider ist es doch so, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und die Daten ganz nach Belieben erhebt. Man sollte doch diese Chance nutzen und die Datenerfassung vereinheitlichen. Es sollte eine einheitliche Struktur der Daten geben (und wenn man in Zukunft etwas davon haben will, muss es diese einfach geben).
Wenn es diese Daten nun schon gibt, sollten sie auch entsprechend sinnvoll eingesetzt werden können. Dazu bedarf es auch geeigneter Software, die Daten entsprechend präsentieren kann, ohne dass der Arzt (oder wer immer mit den Daten dann auch arbeitet) ein IT-Studium absolviert haben muss.
So könnten etwa neue Erkenntnisse in einem bestimmten medizinischen Bereich (z.B. eine neue Methode bei Rückenschmerzen) gezielt und kostengünstig an genau die Patienten gesendet werden, die entsprechende Probleme haben. Das würde sicher einen Haufen Geld sparen helfen und mehr bringen, als wenn tonnenweise Broschüren gedruckt werden, die dann in einer Ecke der Wartezimmer vergammeln.
Diese Daten könnten auch ein echter Schatz werden. Denn wenn Datenmaterial über mehrere Jahrzehnte gesammet wurde, können diese Daten sehr sinnvoll ausgewertet werden:
Wenn meine Daten so verwendet werden, habe ich nichts dagegen. Nur sollte ein hohes Maß an Datensicherheit gewährleistet sein. Ich hätte kein Interesse daran, wenn jeder, der die Karte findet, auch an die Daten kommen kann!
Und wenn wir die Daten schon haben, kann man sie auch gleich mit anderen Stellen (etwa dem Finanzamt) verknüpfen. So lässt sich erkennen, ob Leute, die wenig Geld haben, auch mehr krank sind, oder (wie es Josef Broukal sinngemäß fragt): “Machen schwere Arbeit und Armut früher tot?”
Also, auf in die elektronische Zukunft unserer Gesundheit - möge es eine bessere sein!