Die Spitzenkandidatin der Grünen, Maria Vassilakou erklärte gerade bei Wien heute, dass es
… ihr Ziel ist, in 10 Jahren in Wien keine Pflegheime mehr zu haben und alle zu Hause zu pflegen!
Hääähhh??? Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen!
Ich komme selbst aus dieser Branche und kann mir daher beim besten Willen nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Was passiert mit dem ausgemusterten Personal? Wo kommt das ganze Geld dafür her?
Wer soll die Pflegebedürftigen zu Hause denn betreuen?
Sind die betreuenden Angehörigen (und es handelt sich dabei um mehr als einen Full-Time-Job) dann für diese Zeit Pensions-, Kranken, oder Arbeitslosenversichert?
Was ist, wenn ein betreuender Angehöriger selbst krank ist (oder einmal Urlaub braucht)?
Was ist, wenn jemand zur Pflege seinen Job aufgibt (aufgeben muss, da es ja sonst keine Möglichkeit mehr gibt) und der Pflegling nach 2 Monaten stirbt? Kann er dann gleich wieder in seinen alten Job zurück (nachdem er die nicht mehr benötigten Pflegeuntensilien bei Ebay versteigert hat)?.
Wer baut die Wohnung entsprechend um und vor allem, wer bezahlt das?
Nun ja, Betten hätte man dann ja genug aus den aufgelassenen Pflegeheimen. Vielleicht auch die eine oder andere Leibschüssel und Harnflasche. Aber wer hebt mir den Pflegebedürftigen in die Badewanne (den entsprechende Patientenlifter gibt es nicht einmal einen pro Station - woher also für so viele Haushalte)?
Da fällt mir aber gerade ein, dass ich eh keinen Patientenlifter brauchen könnte - denn mein Badezimmer ist zu klein um damit hantieren zu können.
Auch das Bett werd ich nicht benötigen - meine Türen sind dazu zu schmal (wie wohl alle Normtüren in den Wohnungen).
Im Wahlkampf sagt sich so etwas leicht - aber einfach etwas zu behaupten oder zu verlangen? Das habe ich eigentlich eher von einem “Ex-einfachen-Parteimitglied” oder seinem “Müöchtegern-Nachfolger” aus Wien erwartet.
Für alle sollte gelten: “Erst Hirn einschalten, dann reden!”
… ich mein ja nur.