“Bild” berichtet gestern: Deutscher Erfinder kann aus Katzen Benzin machen
Sehr reißerisch werden Meldungen wie diese gebracht:
Er ist der Mann, der den (Stuben)-Tiger in den Tank packen kann. Der Erfinder könnte sein Auto auch mit Katzenkadavern oder anderen toten Tieren betreiben. Es klingt wie eine Horrorgeschichte, die Tierfreunde schaudern läßt, für Koch ist es praktische Wissenschaft
oder
Die Katzen-Kraft läßt sich theoretisch exakt berechnen: Aus einem ausgewachsenen 13-Pfund-Kater könnten 2,5 Liter Sprit entstehen, vier Miezen würden für 100 Kilometer reichen, für eine Tankfüllung wären 20 tote Katzen erforderlich.
Wenn man der Sache etwas nachgeht, stellt sich schnell raus, dass “Bild” ihrem Image voll gerecht wurde: keine - oder bestenfalls schlampige -Recherche, Halbwahrheiten, Verdrehungen von Tatsachen, der Sache um Jahre hinterherhinkend.
Wie sieht es wirklich aus:
Schon 2003 gab es mehrere Fernsehsendungen zu diesem Thema. Hier findest du einen detaillierten Bericht der sich auf eine Sendung im Mai 2003 bezieht (leider ist die Seite etwas unübersichtlich gestaltet).
Noch dazu widerspricht sich “Bild” im eigenen Artikel. Da ist in der Überschrift von Benzin die Rede, während aus dem Artikel eindeutig hervorgeht, dass es sich um (Bio)Diesel handelt.
Heute wurde ein weiterer Artikel nachgeschoben Darf man aus Katzen Benzin machen?
Hier wird versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben und pseudowissenschaftlich zu arguimentieren. Was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack, denn viele Deutsche nehmen solche Artikel für voll.
Wenn ich darüber nachdenke, dass “Bild” die meistgelesene Zeitung in Deutschland ist und viele Artikel sich auf so einem (und - ob man es glaubt oder nicht - noch tieferem) Niveau befinden, wundert mich nichts mehr.