Wahlkampfzeit ist die Zeit für Ablenkungsmanöver. Wie sonst lässt sich die von der ÖVP angezettelte Diskussion um den Text unserer Bundeshymne erklären (die dadurch von den vielen Problemen in der Steiermark und im Bund ablenken will)?
Komisch auch, dass es die ÖVP ist, die hier Änderungen fordert - angeblich im Sinne der Gleichbehandlung/-berechtigung von Frauen. War es doch gerade die ÖVP die sich, schon seit vielen Jahren, vehementest gegen eine, von der SPÖ vorgeschlagene, Textänderung wehrte. So wollte etwa die damalige Frauenministerin Dohnal schon 1992 die Frauen im Text erwähnt wissen. Oder das LIF 1999. Aber damals kam für die ÖVP eine solche Änderung unter keinen Umständen infrage.
Es gäbe für die ÖVP und das BZÖ sicher andere Dinge im Sinne der Gleichbehandlung zu tun (etwa gleiche Löhne). Aber soeben höre ich, dass dieses Ansinnen vom BZÖ zurückgenommen wird (damit dürfte die Sache wohl erledigt sein - zumindest für dieses Mal).
Ich stelle mir aber vor, was passiert wäre, wenn die geforderte Änderung durchgegangen wäre. Welche Gruppierung oder Interessensgruppe hätte als nächstes Änderungen in ihrem Sinne hineinreklamiert? Heißt es doch im Text:
Land der Berge …
wo bleibt da das Burgenland mit seinen Ebenen?
Land der Äcker …
Bald nicht mehr, denn die Ackerflächen und die Bauern werden jährlich weniger.
Land der Hämmer …
Stimmt so eigentlich auch nicht mehr, denn Industrie ist kaum mehr vorhanden.
Volk begnadet für das Schöne …
Na ja, wenn ich da an den Geschmack des Durchschnitts-Österreichers (pardon, natürlich auch der Durchschnitts-Österreicherin) denke? Egal, ob Musik- oder Modegeschmack (wenn man hier überhaupt von “Geschmack” reden kann). Oder das Kunstverständnis der Österreicher, die alles verdammen, was sie nicht verstehen können?
Was bin ich froh, dass es jetzt nicht so weit kommt.
Obwohl, hier ein Vorschlag, bei dem auch die Frauen nicht unerwähnt bleiben und das Versmaß nicht holpert:
Heimat bist du großer Söhne,
Volk begnadet für das Schöne.
Auch Frauen sind von großem Nutzen:
Kochen, waschen, bügeln, putzen …
Wer meinen Weblog öfter liest wird gemerkt haben, dass ich den Amis (vor allem deren Ansichten, Verhalten in bestimmten Situationen, ihrem Präsidenten,… ) eher skeptisch-ablehnend gegenüberstehe. Dass diese Skepsis nicht unbegründet ist beweist folgender Artikel - und da dachte man schon, dass es viel blöder nicht mehr gehen kann. Aber lies selbst:




