Unsere EU-Parlamentarier scheinen ja doch etwas mehr Hirn zu haben als ich immer angenommen habe. Im Gegensatz zu den hirnlahmen Amis haben unsere Verantwortlichen mit 648:14 Stimmen die “Richtlinie zur Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen” abgelehnt!
In dieser Richtlinie ging es - vereinfacht gesagt - darum, dass (wie in Amerika) jeder X-beliebige Patente auf alle möglichen und unmöglichen Softwareschnippsel, Codeteile, … anmelden könnte. So sind derzeit schon über 30.000 Patente -etwa auf den Doppelklick, die Darstellung von Inhalten in Registerkarten, Hyperlinks, der Einkaufskorb in Webshops, …- vergeben.
Für Firmen mag so ein Patent ja recht schmückend sein - und viele erhoffen sich davon sicher auch eine Menge Geld, oder eine Festigung ihres Monopols (was ja letztendlich auch wieder mehr Geld bedeuten würde).
Aber für kleinere Softwareprogrammierer wäre die Grundlage ihrer Existenz gefährdet. Denn die diversen Lizenzen würden ihr Geschäft unrentabel machen (sofern sie überhaupt die finanziellen/zeitlichen Mittel hätten um alle Patente zu recherchieren).
Die Open Source-Szene wäre damit dann wohl auch gestorben, denn niemand könnte sich die dann anstehenden Prozesse leisten.
Die Ablehnung dieser Richtlinie heißt also, dass es auch in Zukunft gute Gratis-Software geben kann. Auch eine gute Entscheidung für Software-Entwickler.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass Überlegungen in diese Richtung wirklich für immer gestorben sind. Aber als gelernter Europäer bleibt ein kleiner Zweifel bestehen (wer weiß, ob es in der Zukunft den Lobbyisten der großen SW-Firmen nicht doch einmal gelingt ihre diesbezüglichen Wünsche durchzusetzen)?