ich bin geschafft. seit heute weiß ich, dass schauspieler ihr geld wirklich nicht leicht verdienen. hut ab. aber der reihe nach.
da ich um ¼ nach acht uhr morgens im 17. bezirk sein sollte, habe ich mich natürlich rechtzeitig auf den weg gemacht. mit dabei ein rucksack mit lesestoff, einer flasche mineralwasser, ein paar müsliriegel, einen apfel und natürlich eine hose zum wechseln (man weiß ja nie).
das navi hatte ich schon gestern abend programmiert. gleich nach der aktivierung meldete es „stau auf der route” zeigte aber gleich eine alternative auf. 24 minuten später, und somit eine gute halbe stunde zu früh, war ich am ziel.
ich konnte gleich mein kostüm holen und mich umziehen.
während ich gewartet habe, es war echt ar…kalt, habe ich die techniker beim aufbau beobachtet. dann bin ich hinein gegangen. der drehort für heute, wir leute vom fach sagen dazu die location ;-), war im cafe defizit. eine vorstadtkneipe wie sie im buche steht.
interessiert beobachtete ich, wie alle leuchtkörper inspiziert, zerlegt, mit anderen glühbirnen bestückt und wieder zusammengebaut wurden. die filmleute haben mit dem verbot der glühbirnen sicher ihre freude.
ich kann jetzt nicht jede kleinigkeit berichten. also versuche ich, die sache etwas zu kürzen. nachdem alle vorbereitungen soweit fertig waren, wurde es ernst.
zuerst sollte eine szene vor dem lokal gedreht (was genau, darf ich nicht sagen).
jedenfalls war es so, dass ich, mit einem zweiten komparsen, vor dem lokal stehen und mich unterhalten sollte (natürlich lautlos). das wurde etwa 20 minuten lang geprobt. dann wurde beschlossen, dass die szene ohne uns gedreht wird. wir durften wieder rein. ich war schon etwas durchgefroren (damit hatte ich ja nicht gerechnet, sonst hätte ich mir entsprechend etwas druntergezogen. immerhin hatten es -6°).
die szene wurde immer wieder in verschiedenen einstellungen gedreht, bis alles passte.
jetzt ging es im lokal weiter. mittlerweile war auch robert palfrader, der kaiser, eingetroffen und ich konnte ein paar worte mit ihm wechseln. er war recht locker. nur seine neue frisur (entsprechend der späten 80er ein miniplie) machte ihm wenig freude. aber was tut man nicht alles, wenn es zu einer rolle gehört.
es wurde eine szene gedreht, die in der geschichte etwas später passiert. nur soviel: es geht um eine leiche. ich glaube, da sind ein paar einstellungen dabei, auf denen ich zu sehen sein könnte.
bis zur mittagspause, so gegen halb zwei, ging es dann schlag auf schlag weiter. die szene wurde mehrmals geprobt, dann mit verschiedenen einstellungen geschossen. umbau. das ganze wird ein stück weiter verlegt. probe. wieder dreh aus diversen winkeln.
dabei werden immer um die selben paar sätze gesprochen.
mittagspause. die crew geht essen. dann sind wir dran. das chilli con carne war heiß, gut und reichlich. der aufenthaltsraum im keller war hingegen kalt und spartanisch.
aber das machte nichts. die sache war einfach spannend und interessant. da kann man über solche kleinigkeiten hinwegsehen.
während der mittagspause konnte ich ein bild meines „stammplatzes” schießen. ohne etwas von der technik oder eine der beteiligten personen zu zeigen:

auf der totalen könnte ich vielleicht am rechten rand zu sehen sein. ich bin gespannt.
immer wieder wurde die selbe szene mit verschiedenen einstellungen gedreht. später habe ich bemerkt, dass ich mich im spiegel hinter robert palfrader gespiegelt habe. ich saß zwar etwa 15 meter weit weg, könnte aber mit viel glück bei einigen einstellungen zu sehen sein (sofern mit etwas tiefenschärfe gedreht wurde).
bis wir fertig waren war es halb sieben geworden (geplanter drehschluss war 16 uhr). die schauspieler hatten ihre paar sätze bis dahin bis zum erbrechen oft aufgesagt. immer in der gleichen tonlage, immer mit denselben emotionen. echt eine beeindruckende leistung. ich beneide sie nicht.
ach ja. der regisseur ist david schalko. mir bestens bekannt durch kupetzky, die 4 da und vor allem sendung ohne namen. ich warte auch noch, dass meine bücherei sein neues buch weiße nacht bekommt. ein erfolgreicher mann also. und dabei sehr umgänglich, nicht abgehoben, fast schüchtern bei der arbeit. das hätte ich jetzt nicht erwartet.
überhaupt war das ganze team super. niemand war genervt wenn man mal etwas wissen wollte. trotz des enormen stresses und des riesigen arbeitspensums blieben alle freundlich. respekt. besonderer dank auch an gloria von vienna people (schade, dass sie bald nach münchen zieht).
als ich mein kostüm zurückgegeben hatte und mich, müde, aber glücklich, auf den heimweg machte, packte die crew zusammen. sie fuhren aber nicht heim, sondern weiter zu einer remise. am abend wurde noch eine szene in einer straßenbahn gedreht.
wie gesagt: schauspieler sind nicht zu beneiden.