Archiv: Mai 2007

Mai 312007

Schnell noch die „günstigen” Öffitarife ausgenützt und in die Maria-Hilfer-Str. gefahren. Desi und Lena-Marie haben mich begleitet.

Beim Sports Experts habe ich mir dann einen Hüftgurt für die Kletterei geleistet. So langsam bekomme ich eine anständige Grundausrüstung zusammen. Wenn die Q dann verkauft ist, werde ich die Ausrüstung komplettieren.

Ein wichtiger Teil der Ausrüstung
Hüftgurt

Mai 242007

Heute war ich mit Kind und Enkerl beim Eybl. Da haben wir einmal in der Kletterabteilung gestöbert. Natürlich ist es nicht beim Stöbern geblieben.

Ich habe mir ein paar Dynameer-Schlingen in unterschiedlichen Größen und etwas Reepschnur besorgt. Jetzt kann ich noch besser üben. Und mit zwei 60er-Schlingen habe ich mir gleich eine schöne Standsicherung gebastelt.
Das geht natürlich auch mit einer 120er.

Schlingenset
Die Schlingen sind nur 8 mm breit – halten aber 22 kN (= 2.200 kg)

Mai 232007

Wie es aussieht werde ich in Zukunft doch des Öfteren zum Klettern gehen (solange mein Rücken mitspielt). Und jeder, der mich nur ein bisschen kennt, weiß, dass da für mein Umfeld einige harte Tage anstehen. Denn ich brauche oft lange, bis ich mich für etwas entscheide. Ist die Entscheidung aber erst einmal gefallen, wird es wild.
Da wird dann in Büchereien und im Internet nach jeder verfügbaren Information gesucht und ein paar Tage lang dreht sich alles nur noch darum.

So ist es auch derzeit mit der Kletterei! Walter hat mir seine komplette Ausrüstung geborgt, damit ich mich einmal damit auseinandersetzen und vertraut machen kann. Aus dem Netz habe ich mir alle wichtigen Informationen (Knoten, Sicherungstechniken, …) geholt.
Dann habe ich auf der terrasse einen provisorischen Stand eingerichtet, an welchem ich üben kann. Besonders viel übe ich das richtige Einbinden (mittels gelegtem Achterknoten), das Sichern am Stand und das Umhängen des Seils.

Gott sei Dank alles mit Boden unter den Füßen, denn in realiter hätte ich sonst schon einen Grounder (= Absturz bis zum Boden) geschafft, da ich beim Umhängen einen Karabiner verwechselt habe. Aber dazu übt man ja – oder?

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Seiltechnik1Seiltechnik2

Mai 202007

Eigentlich war ein gemütlicher Kletterabend geplant. Aber gegen Mittag hat mich Désirée angerufen, dass wir um eins bei Walter sein sollten. Das ist sich, dank der Q und des moderaten Sonntagverkehrs, auch fast ausgegangen.
Danis Bruder Stefan, frisch aus dem Tibet zurück, war auch dabei. Er wollte uns ein tolles Kletterrevier in der Nähe von Mayerling zeigen. Also rauf auf die Allander und ab die Post. Knapp vor St. Pölten ging auch ihm auf, dass der Weg nicht ganz der Richtige sein konnte. Ein Blick in die Straßenkarte führte uns auf den rechten Weg und nach Mayerling zurück. Von dort über ein paar Hügel nach Schwarzensee.

Hier auf dem (unbefestigten) Parkplatz haben wir die Fahrzeuge abgestellt und uns in die Klettermontur geworfen. Dann die Ausrüstung geschultert und der Aufstieg zum Peilsteinhaus konnte beginnen. Und der hatte es in sich. Stefan meinte, er wäre in 15 Minuten zu schaffen. Also los:
ein kurzes Stück asphaltierter Straße. In einer Kurve verzweigt sich diese in einen Forstweg und den Judith Kramer Steig. Wir folgten Stefan, blind vertrauend, auf den Steig. Dieser ist seeehr steil und führt über viele, nur teilweise befestigte, Stufen zum Ziel.

Da die meisten von uns (ich auf jeden Fall) eher untrainiert sind, war der Aufstieg eine höllische Anstrengung. Der Schweiß floss in Strömen und die Waden begannen schon nach wenigen Minuten zu glühen. Das 70 m lange Seil wurde mit jedem Schritt schwerer. In meinem Kreuz arbeiteten mehrere Messer zugleich. Aber irgendwann war der Aufstieg doch geschafft und das Peilsteinhaus war erreicht (Bild 1).

Während einer kurzen Verschnaufpause (ahhh, tat das Sitzen gut!) stärkten wir uns mit einer Banane. Deren Schale nutzte Walter, um etwas mit Yuca zu spielen (Bild 2). Dann stiegen Walter, Stefan und ich, über einen sehr steilen und teilweise lose-rutschigen Steig, zu den Felsen ab. Die drei Damen wollten noch etwas Spazieren gehen und dann später nachfolgen.

Endlich war das Ziel, der Kletterfelsen (ich weiß den Namen immer noch nicht) erreicht. Ich habe einen ersten, vorsichtigen Blick von oben riskiert. Vorbei am Abseilpunkt, einem eingeklebten „Widderhorn” (im Bild eingekreist) schaute ich in die Tefe (Bild 3). Na, das kann ja heiter werden.

Am Fuße des Felsens (Bild 4) dann letzte Vorbereitungen: während Walter und Stefan den Fels studierten um eine Kletterroute festzulegen, habe ich erst einmal den Superkleber und das Radpickzeug ausgepackt und die Ketterschuhe repariert (Bild 5).
Bei der ersten Route habe ich mich vornehm zurückgehalten und nur wenige Meter probiert (die war verdammt schwer, ich schätze mindestens eine 7+). Ich wollte ein paar Fotos machen, aber der Akku hatte seinen Geist aufgegeben – und der Reserveakku lag im auto ;-(

Die nächste Route haben wir etwas weiter links gewählt. Walter hat das Seil am Abseilpunkt befestigt und sich abgeseilt. Ich durfte als erster ran. Und mit einer Toprope-Sicherung fühle ich mich nun einmal deutlich sicherer und traue mir viel mehr zu. Und so habe ich es bis zum Gipfel geschafft (auch wenn da einige sehr knifflige Stellen drinnen waren).

Walter und Stefan sind dann noch ein paar besonders ausgesuchte Stellen gegangen (ich habe mehr gesichert, denn man soll es ja nicht übertreiben) und der Nachmittag neigte sich schon seinem Ende zu. Die Damen sind nicht mehr zu uns gestoßen, da der Abstieg dazu zu gefährlich schien (Yuca hat ihn auch verweigert).

Aber einmal Abseilen musste auch für mich drinnen sein. Das war eine ganz schöne Überwindung, denn der Zugang zum Abseilwidder erfolgte um eine Felsnase. Ich musste dazu ein Band ums Eck einhängen, dann um die Nase herumschwingen, mich mit dem Abseilachter ins Seil hängen, die Bandsicherung lösen und dann konnte es losgehen (Bild 6). Wenn ich erst einmal im Seil hänge, macht es nur noch Spass.

Aber langsam mussten wir unsere Ausrüstung zusammenpackern um uns auf den Rückweg zu machen. Der Aufstieg zum Peilsteinhaus war sehr mühsam, da wir schon ziemlich ausgelaugt waren und sich mein Rücken wieder bemerkbar machte. Dafür haben wir uns oben eine kleine Erfrischung gegönnt. Dazu mussten wir kurz reingehen, denn es begann leicht zu tröpfeln. Beim Rückweg zu den Fahrzeugen war das Wetter aber wieder ok.
Wir nahmen diesmal den Forstweg. Das dauert vielleicht ein paar Minuten länger, ist aber sehr gemütlich (trotzdem begann ich zusätzlich langsam meine Knie und auch meine Hüften zu spüren).

Am Parkplatz dann eine böse Überraschung. Jemand hatte mein Motorrad umgeworfen (es lag auf der rechten Seite, aber der linke Spiegel war auch komplett verbogen). Schnell aufgestellt und durchgecheckt. Alles in Ordnung, bis auf ein paar Kratzer und einem leicht beschädigten Zylinderschutz (es geht halt nichts über ordentliche Sturzbügel, sonst würde die sache wohl anders aussehen. Der weiche Untergrund war sicher auch kein Nachteil).
Schnell umziehen, alles verstauen und um 19:22 Uhr begann die Rückfahrt. Glücklicherweise blieb es trocken, so dass wir um 19:58 zu Hause waren.
In Summe ein sehr schöner, aber auch sehr anstrengender Tag! Am Abend habe ich noch fest gegoogelt, um mich ein bisschen mehr in die Kletterei einzulesen und endlich auch die ganzen Fachbegriffe zu verstehen.

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Peilstein1Peilstein2Peilstein3
Peilstein4Peilstein5Peilstein6

Alle Bilder vom heutigen Tag findest du hier (19 Bilder).

Mai 132007

Letzten Sonntag bin ich ja doch auf den Geschmack gekommen, was das Klettern betrifft. Ich konnte mich zwar die ersten drei Tage danach kaum rühren, aber das hat sich wieder gelegt. Daher habe ich heute gleich zugestimmt, als Desi fragte, ob ich wieder mitkommen will.
Um 17 Uhr trafen wir uns mit Walter und einigen seiner Freunden vor der Kletterhalle. Wir gingen aber nicht rein, sondern fuhren nach Mödling. Dort gibt es nämlich ein paar tolle Ketterfelsen und ein paar Klettersteige.

Auch wenn Desi lieber in der Halle klettert (da ist es mit den Griffen einfacher), war ich vom Naturfels ganz angetan. Ich klettere lieber auf echten Steinen. Und für meine erst zweite Kletterpartie habe ich heute einige recht schwierige Routen gemeistert. Zeitweise fühlte ich mich wie eine junge Gams.
Gegen Ende (es wurde schon langsam finster) habe ich mich sogar aus gut 35 Metern selbst abgeseilt. Nachdem ich mich erst einmal überwunden und mich über die vorspringende kante gewagt hatte, ging es hurtig dahin und machte sogar richtig Spass (vor allem, da mein Rücken dabei überhaupt nicht belastet wird).

Nächsten Sonntag bin ich sicher wieder dabei (wobei es dann, den Wettervorhersagen nach, leider wohl eher in der Halle sein wird). Öfter geht es bei Walter nicht. Was mir nur recht ist. Denn danach tun mir eh immer eine Woche lang alle Muskeln weh (das wird mit mehr Übung dann hoffentlich einmal besser).

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Emil beim FelskletternDesi mit FingerspitzengefühlEmil seilt sich ab

hier (20 Bilder).

Mai 062007

Walter hat Desi ja schon einmal zum Klettern mitgenommen. Sie war davon ganz angetan und möchte das als Ausgleichssport regelmäßig machen.
Natürlich ist das in der freien Natur sicher noch schöner – aber halt nicht immer zu machen (Wetter, Zeit). Also geht es manchmal auch in die Ketterhalle. Und heute musste ich mit.

Genaugenommen war ein Dritter ausgefallen, so dass mich meine Tochter fragte, ob ich nicht Lust hätte (denn wer sollte sonst Walter sichern?). Anfangs war ich etwas skeptisch. Bei meinen Rückenschmerzen konnte daswohl kaum das Wahre sein.
Also einmal rein ins Netz und gegoogelt. Der einhellige Tenor: Klettern wird bei Rückenproblemen sogar empfohlen! Solange es schmerzfrei gemacht wird. Da ist es sogar als Therapie angeraten, um die Rückenmuskeln zu stärken (genau jene Gruppen, die ansonsten vernachlässigt werden. Und damit wird in kurzer zeit erreicht, was mit Rückenschule und Rückentraininmg an Geräten deutlich länger braucht).

Also war ich probeweise einmal dabei.
Die Halle ist ja nur wenige Autominuten von uns weg, so dass wir pünktlich dort waren. Schnell anmelden, Verzichtserklärung unterschreiben (dass man alles weiß, alles kann, alle Regeln kennt und natürlich selbst schuld ist, wenn man abstürzt, ein Haken aus der Wand bricht oder die Halle einstürzt – und daher niemanden dafür haftbar machen wird …).
Noch schnell ein paar Kletterschuhe ausgeborgt und es konnte losgehen.

YucaIn der Zwischenzeit kam auch schon Walter. Und der hatte seine neue „Freundin” mit, von der wir alle gleich recht angetan waren. Es handelte sich nämlich um einen Galgo Español, einen spanischen Windhund, den er in Pflege hat (er wäre sonst getötet worden) und den er nun aufpäppelt. Es ist ganz ein lieber, ruhiger – und sehr ängstlicher – Vierbeiner, den wir alle gleich ins Herz geschlossen haben (und wenn wir nicht gerade kletterten, beschäftigten wir uns mit Yuca, so heißt die Hundedame).

Aber dann ging es endlich los mit dem Klettern:
Walter erklärte mir erst einmal, wie das mit dem Sichern, Abseilen usw funktioniert. Dann wählten wir eine freie Route (die leider sehr schwer war, da am selben tag ein Wettbewerb stattgefunden hatte und die Routen davon noch montiert waren).
Der nächste Versuch brachte eine Route, die noch kein Sicherungsseil hatte. D.h., jemand musste den Vorstieg machen (bei welchem er ein Seil anbringt). Walter zeigte gleich mal vor, was damit gemeint ist und wie das geht (Bild 1). Ehrgeizig wie ich bin, wollte ich das unbedingt machen. Und was soll ich sagen – ich habe es auch geschafft (Bild 2). Das war schon ein tolles Erfolgserlebnis. Die Route war für den ersten Versuch genau richtig (nicht zuuu schwer, aber doch etwas fordernd (Bild 3).

Walter zeigte an sehr schweren Routen, dass er uns doch einige Jahre voraus hat (Bild 4). Aber auch Desi war sehr ehrgeizig (von wem sie das wohl hat?) und hat auch gleich ein paar deftigere Routen versucht (Bilder 5 und 6). Walter machte auch schon Überhänge (Bild 7). Desi hat derweil in der „Grotte“ versucht, wie sich das in einem überhang so anfühlt (Bild 8).

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Klettern1 Klettern2 Klettern3 Klettern4
Klettern5 Klettern6 Klettern7 Klettern8

Mein Rücken machte relativ gut mit (etwas Schmerzen habe ich sowieso immer. Aber diese sind nicht mehr geworden!). Einzig das Genick tut weh. Das kommt vom vielen Raufschauen beim Sichern.
Ich werde das sicher wiederholen. Und wenn ich ausgeruht bin, schaffe ich vielleicht auch die Route gleich beim Eingang (dazu fehlte mir heute am Ende einfach die Kraft).
Dann werde ich Spider-Emil, wirst schon sehen:

Spiderman

Alle Bilder vom heutigen Tag findest du hier (95 Bilder).


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