Der Clan beim Tandemspringen:


Etwas, das Gerlinde schon immer einmal machen wollte, war Fallschirmspringen. Eines Tages stießen wir durch Zufall im Internet auf eine österreichische Seite, die sich genau mit diesem Thema befasst, und die auch entsprechende Möglichkeiten anbietet.
Zu der ganzen Geschichte ist noch zu bemerken, dass es überhaupt der erste Flug in Gerlindes Leben war. Und dann gleich so etwas - alle Achtung!

Wir nützten also ein günstiges Angebot um einmal einen Tandemsprung aus einer Höhe von 4.000 m zu machen. Als wir vor Ort waren, wollte unsere Tochter auch unbedingt springen (sie war damals gerade einmal 9 Jahre alt). Was blieb uns also übrig als noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen und ihr auch einen Sprung zu ermöglichen.

Vor dem Vergnügen kommt aber - einem Sprichwort zufolge - erst einmal die Arbeit. Zuerst gab's also eine Einweisung mit genauen Verhaltensregeln und aufmunternden Worten: „Wos mochst, wonn da Schirm net aufgeht?”, „Oba kumman san bis jetztan no olle” ... Dann kämpften wir uns, mit Hilfe unserer Tandemmaster, in die ziemlich enge Springerkluft:

Tandem1 Tandem2 Tandem3
Die Mitglieder des DCC mit ihren Tandemmastern



TankstoppLustig fand ich dabei vor allem, dass Desi (als damals Kleinste des Clans) den größten Tandemmaster hatte. Dann mussten wir noch etwas warten, da das Flugzeug wieder etws Sprit bekam. Dabei hatten wir Gelegenheit, uns den alten Vogel etwas genauer anzusehen (was nicht unbedingt beruhigend wirkte). Dass dieser Vogel auch fliegt hatten wir zuvor schon gesehen (sonst hätten wirs eh nicht geglaubt). Da wurde versucht ein neuer Rekord im Formationssprung aufzustellen. Ich weiß nicht ob er geglückt ist, aber ich weiß, dass viele, viele Springer in diesem Flieger waren. Also machten wir uns diesbezüglich keine größeren Sorgen.

Einzug der GladiatorenDann war es endlich so weit und wir kletterten ins Flugzeug. Na ja: keine Sitze, nur Halteringe am Boden. Lärmdämmung - was ist das? Die Ladeluke bot durch breite Öffnungen an ihren Seiten einen guten Ausblick auf die Landschaft. Spannend war der Moment vor dem Start: Bremsen angezogen und Vollgas. Das Flugzeug hat es nur so gerüttelt und gebeutelt. Dann - Bremsen lösen und ab ging die Post: Holterdipolter über den Acker. Dann zog die Pilotin (Männer waren wahrscheinlich zu feige ;-)) beherzt den Steuerknüppel zurück und langsam verloren wir den Boden unter den Rädern - schon ein tolles Gefühl.
Als dann die Absprunghöhe von gut 4.000 m erreicht war, öffnete sich langam die Luke. Unter uns einige Wolken und die herbstliche Landschaft des Woodquaters. Wir traten an den Rand der Luke, der Wind riss an den Overalls. Noch einmal geistig durchspielen was alles zu tun ist: Schritt hinaus, Holhlkreuz, Beine mit denen des Masters verhaken, Arme kreuzen und - Spruuuuuung!

GleitphaseNach dem Absprung erfolgt automatisch ein Rückwärtssalto, ehe es in die vorgesehene Flugposition geht. Schon nach wenigen Sekunden hatten wir eine Fallgeschwindigkeit von rund 180 km/h. Jetzt wurde es Zeit, den Fotoapparat hervorzukramen. Diesen hatte ich vorsorglich unter der Montur verstaut (ich wollte nicht riskieren, dass er mir beim Absprung ein paar Zähne oder ein Auge ausschlägt). War gar nicht so einfach zu fotografieren.
Als wir dann nur noch etwa 1.000 m über Grund waren, wurde der Schirm geöffnet. Nix mit Ruck und Hochreißen. Der Schirm entfaltete sich und wir wurden sanft abgebremst.
Plötzlich nur noch absolute Ruhe. Kein Getöse mehr, kein Wind der die Gesichtshaut zu den tollsten Fratzen verzerrt, kein Sturm der einem fast die Kleider vom Leib reisst. Kurz gesagt: mir war auf einmal ziemlich fad!
Also der freie Fall war ein Hit und hätte für mich viiiieeel länger dauern können. Aber dann das Herumhängen unterm Schirm und das Warten bis zur Landung war eher zum Einschlafen. Gerlinde hat aber auch das Gleiten sehr gut gefallen.

Angst hatten wir alle drei keine. Weder beim Flug, noch beim Absprung und schon gar nicht während des freien Falles.
Wir würden jederzeit wieder springen.

Das Wald¼ von oben

 

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