5 - 4 - 3 - 2 - 1 - Bungeeee:


Heute ist Bungee-Jumping ja jedem ein Begriff. Aber als ich meinen ersten Sprung machte (so Ende der 80-er Jahre) war es noch ein absoluter Randsport einer Hand voll „Verrückter”. Wenn man die heutige Ausrüstung sieht, merkt man erst, wie sich das alles weiterentwickelt hat.

Damals sorgte die „Ausrüstung” alleine schon für einen ordentlichen Adrenalinschub: um die Fesseln kam ein Handtuch das mit einem Klettband fixiert wurde. Dann je ein ca. 1 cm breites Gewebeband welches mit dem Gummiseil verbunden wurde - das war´s.
Einige Jahre nach meinem ersten Sprung konnte ich dann auch Gerlinde zu einem Sprung animieren (überreden sollte/kann man ja niemanden). Dazu fuhren wir extra in die Steiermark, genauer nach Lieboch. Dort war ein spezieller Kran aufgebaut, der eine Absprunghöhe von 111 m ermöglichte. Und du kannst mir glauben, das ist schon ganz schön hoch!

Gerlinde wollte unbedingt zuerst springen. Sie meinte, wenn sie länger warten müsse, würde sie sonst vielleicht einen Rückzieher machen. Also ging sie gleich zur Einweisung.
Dann wurde die Sicherheitsausrüstung angelegt (ein Schulter/ Hüftgurt wie beim Bergsteigen. An diesem wird, mittels Karabiner, noch ein Sicherungsseil angeklinkt).
Danach wurden die Halterungen an den Beinen befestigt, ehe es in den Korb ging. Erst als das Monsterl zitternd im Korb stand, wurde das Gummiseil an den Beinen und dem Sicherungsseil befestigt.
Dann folgte der Teil, der als der aufregendste empfunden wird: das Hinauffahren auf die Absprunghöhe. Und das dauert bei 111 Metern doch eine ganze Weile:

Die Menschen, Gebäude und Autos werden langsam kleiner, der Wind wird stärker und lauter, rüttelt am Korb, dreht ihn hin und her. Dann ist man (endlich) oben angelangt. Der Korb wird in die richtige Richtung gedreht. Dann öffnet man selbst die Absperrung an der Vorderseite des Korbes.
Man hört aus der Tiefe leise das Publikum, wie es den Sprung einzählt:

5 ... 4 ... 3 ... 2 ... 1 ... Bungeeeee!

Und jetzt gibt es kein Zurück mehr. Du stößt dich ab und innerhalb kürzester Zeit beschleunigst du auf gut 150 km/h. Der Wind heult in deinen Ohren, die Erde zoomt in rasender Geschwindigkeit heran. Langsam spürst du ein leichtes Ziehen an den Beinen das langsam stärker wird, dann plötzlich Stille. Noch ehe du begreifst was los ist läuft der ganze Film rückwärts.
Der Rebound zieht dich nach oben. Jetzt heißt es nur: Muskeln angespannt lassen, ein leichtes Hohlkreuz machen und genießen.

Geschafft!!

Man hat sich, seinen inneren Schweinehund und seine Angst überwunden.
Es dauert noch eine Weile bis sich der Adrenalinspiegel im Blut gesenkt hat (vorher sollte man sich nicht aufs Motorrad oder ins Auto setzen).
Und zum Schluss bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Wann springen wir wieder?

Bilder zum Text:
Vorbereitungen Los geht´s Der Absprung
     

 

back to top